Aktuelles - Reduzierung von Fixierungen im stationären Betreuungsbereich


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Reduzierung von Fixierungen im stationären Betreuungsbereich

08.11.11 07:37 Uhr
Sozialamtsleiterin Birgit Mrotzek begrüßt Studierende im Kreishaus

Anlässlich des Meilensteintreffens im Kreishaus Bergheim am 3.11.2011 begrüßte Birgit Mrotzek, Leiterin des Amtes für Familien, Generationen und Soziales, 10 Studierende der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV) NRW, Abt. Köln. Die Studierenden aus dem Rhein-Erft-Kreis, der kreisangehörigen Stadt Hürth, dem Rhein-Kreis Neuss, der Stadt Köln und den Städten Bornheim, Grevenbroich und Remscheid entschieden sich im Studienjahr 2011/2012 für den Projektvorschlag von Landrat Werner Stump "Die Kommunen des Rhein-Erft-Kreises vor den Herausforderungen des demografischen Wandels / Schwerpunkt: Reduzierung von Fixierungen im stationären Betreuungsbereich". Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bätge, Jurist und hauptamtlich Lehrender an der FHöV NRW, Abt. Köln, und weiteren Mitgliedern des Lenkungsteams evaluieren die 10 Anwärter des gehobenen Dienstes in der Zeit vom 27.10.2011 bis 04.01.2012 das Projekt "Zur Freiheit seid Ihr geboren", das der Rhein-Erft-Kreis derzeit in Kooperation mit dem Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e.V. (Caritasverband) und der Evangelischen Hochschule Freiburg durchführt.

"Die Studierenden nehmen sich hier eines sehr sensiblen Themas an, aber ich halte es für richtig und wichtig, die Öffentlichkeit über dieses Thema zu informieren", so Sozialdezernent Anton-Josef Cremer zum Start der Projektarbeit.

Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung haben zur Folge, dass die Menschen auch im Rhein-Erft-Kreis immer älter werden. Negative Folge dieses eigentlich positiv zu bewertenden Bevölkerungstrends ist die stetig steigende Anzahl von Menschen mit Demenz. Zwar werden die meisten Betroffenen von pflegenden Angehörigen im häuslichen Bereich betreut, jedoch verzeichnen auch Einrichtungen im Kreisgebiet wachsende Fallzahlen im angesprochenen Bereich. Um diesem Trend rechtzeitig und nachhaltig zu begegnen, hat der Caritasverband bereits reagiert und das Projekt "Zur Freiheit seid Ihr geboren" in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Erft-Kreis und der Ev. Hochschule Freiburg gestartet mit dem Ziel, durch Schulungen und interdisziplinäre Informationen zu einer Verringerung und einem sensibleren Umgang von bzw. mit Fixierungen zu gelangen. Auswertungen von Mitarbeiterbefragungen und Experteninterviews, Fixierungshistorien und Hospitationen in Einrichtungen des Caritasverbandes sollen u.a. Aufschluss bringen.

"Weder anklagen noch Schuld zuweisen", lautet die Botschaft von Birgit Mrotzek an die Mitglieder der Projektgruppe.

Um Menschen mit fortschreitender Demenz ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sind spezielle Betreuungskonzepte notwendig. Fixierungen unterschiedlichster Art und Intensität, beispielsweise Anbringen von Bettgittern, Therapietischen, Bauch- und Gelenkgurten, bis hin zur medikamentösen Ruhigstellung sollten daher so bald wie möglich die Ausnahme sein. Aufgabe der Studierenden in diesem Projekt ist es, einen Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels zu erarbeiten.

"Wir sind motiviert , engagiert und bemüht, dem Anspruch gerecht zu werden", betont Projektsprecher Sebastian Grunow.

Die Arbeit der Studierenden spricht nicht nur Träger von Einrichtungen an. Gleichermaßen können ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige und weitere Akteure von den Erkenntnissen der Projektarbeit partizipieren.

"Bekannt ist, dass die Dunkelziffer im ambulanten Pflegebereich deutlich höher ist als auf den Stationen der Einrichtungen", zieht Projektleiter Frank Bätge Bilanz. "Aufgrund der kurzen Projektlaufzeit ist es leider notwendig, dass sich die Studierenden im Rahmen dieses interessanten und spannenden Projektes auf den stationären Betreuungsbereich reduzieren."