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Nur Tierliebhaber können qualvolle Welpen-Transporte stoppen

15.02.12 12:26 Uhr
Das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises weist darauf hin, dass der Import von jungen Hunden aus dem Ausland vielfach mit Problemen einhergeht und zudem in vielen Fällen dem Tierschutz zuwider läuft.

Diese fragwürdigen Quellen können nur dann versiegen, wenn Hundehalter aufhören, solche Welpen zu kaufen. Das Veterinäramt rät angehenden Besitzern daher dringend, Welpen nur bei Züchtern zu kaufen, bei denen das Muttertier und die ggf. noch vorhandenen Wurfgeschwister besichtigt werden können und deren Gesundheit und angstfreies Verhalten offensichtlich ist, oder ihren Hund im Tierheim zu erwerben.

Aktueller Anlass für diesen Aufruf ist ein Transport mit fast 100 Welpen, der aus Ungarn kam und bei Erlangen im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt wurde. Der Fall vereint Tierschutz- und Gesundheitsprobleme, die bei diesen illegalen Importen und den daraus hervorgehenden "Billigwelpen" regelmäßig zu beklagen sind. Die nur 4-5 Wochen alten Welpen waren grausam zusammengepfercht und ohne Versorgung mit Wasser oder Futter. Daher müssen sie nun im Tierheim intensiv medizinisch betreut werden, zumal sie stark verwurmt sind und in diesem Alter keinen Impfschutz haben können. Schon allein der Transport so junger Welpen ohne die Muttertiere stellt einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzrecht dar. Welpen dürfen nicht vor Ablauf der 8. Woche von ihrer Mutter getrennt werden.

Der Kauf eines "Billigwelpen" fördert diese Tierquälerei und ist am Ende für die neuen Besitzer wesentlich aufwändiger und teurer, als wenn sie einen Hund bei einem guten Züchter oder im Tierheim erworben hätten:

  • Importierte Welpen werden, u.a. wegen fehlender Entwurmung und fehlender oder unvollständiger Impfungen sehr häufig nach dem Erwerb schwer krank und brauchen eine intensive und kostenaufwändige tierärztliche Behandlung. Trotzdem verenden leider viele dieser Welpen.
  • "Billigwelpen" entwickeln später oft Verhaltensprobleme. Die entscheidende Phase, in der das grundlegende Verhalten eines Hundes geprägt wird, ist zwischen der 3. und 14. Lebenswoche. Werden die Welpen von der Mutter und den Geschwistern frühzeitig getrennt und haben in dieser "sensiblen Phase" keinen ausreichenden Kontakt zu (tierfreundlichen) Menschen und ihren üblichen Verhaltensweisen, werden die Welpen ängstlich und zeigen kein angemessenes Verhalten im Alltag und gegenüber anderen Hunden. Dies hält sich, auch wenn später viele gute Erfahrungen folgen oft ein Leben lang und kann das Zusammenleben von Hund und Besitzer sehr unerfreulich gestalten.