Neujahrsempfang von Landrat Werner Stump im Pulheimer Walzwerk
Die Kranhalle im Walzwerk in Pulheim strahlte ein festliches Ambiente aus, als Landrat Werner Stump 400 Gäste aus Politik und Wirtschaft zum traditionellen Neujahrsempfang begrüßte. Die Besucher fühlten sich sichtlich wohl im Charme eines alten Industriestandortes mit seinen alten roten Ziegelfassaden und den in der Kranhalle verbliebenen alten Maschinen und Kränen.
Die Neujahrsansprache von Landrat Werner Stump begann mit einer schlechten Nachricht, nämlich dem enormen öffentlichen Schuldenstand in der Bundesrepublik Deutschland. Angeführt hatte Stump dies allerdings vor dem positiven Hintergrund, dass der Rhein-Erft-Kreis hingegen im fünften Jahr in Folge schuldenfrei ist.
Der Tradition aus seinen Neujahrsreden 2010 und 2011 folgend, formulierte der Landrat in fünf neu aufgestellten Leitbildern seine Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des kommunalen Miteinanders.
Unter dem Leitbild Lebensphilosophie und Lebenskultur mahnte Werner Stump an, künftig ein gewisses Maß an Verzicht zu üben, um für die nächsten Generationen gut aufgestellte Lebensbedingungen zu schaffen.
Anhand von Schaubildern zeigte Stump auf, wie sich die Ansiedlung entlang des Rheins in der letzten 30 Jahren explosionsartig entwickelt hat. Tenor einer künftigen wissensbasierten Regionalentwicklung muss daher sein, gemeinsam ein gezieltes regionales Flächenmanagement zu betreiben. Beispielhaft nannte Stump hier das Projekt :terra nova, ein gut funktionierendes, kommunenübergreifendes Planungsprojekt zwischen den Städten Bergheim, Bedburg, Elsdorf und dem Rhein-Erft-Kreis.
Die Entwicklung der Verkehrs- und Güterströme in den nächsten 15-20 Jahren macht Stump große Sorgen und benennt hierbei die überregionalen Einflüsse auf unseren Lebensraum. Aufgrund des Ausbaus großer Häfen in Belgien und den Niederlanden kommt eine Verdoppelung des Schwerlastverkehrs auf das Rheinland zu; diese Güterströme gilt es zu lenken. Vorbereitet sei man in NRW hierauf allerdings nicht, so Stump und forderte, für die Großregion Rheinland ein schlüssiges und überzeugendes Verkehrskonzept. Der Landrat konkretisierte diese Forderung mit einem Maßnahmenkatalog und nannte diesen einen eigenständigen Masterplan "Regionale Anpassungsstrategien" für den Wirtschaftsraum Rheinland auf die Aktivitäten im BeNeLux-Raum.
Im Leitbild der Kreativwirtschaft durch Innovationen beschwor Landrat Werner Stump die Region zu einer Zusammenführung der Kräfte, die vorhandenen Stärken aufeinander abzustimmen und damit die Grundlage für viele weitere Innovationen im Rheinland zu schaffen.
Ein Schwerpunkt seiner Leitlinien setzte Stump im Bereich der Gesundheitswirtschaft und kündigte erneut an, in der Kreisverwaltung ein eigenes Dezernat oder eine Stabsstelle bilden zu lassen, dass sich umfassend mit den vielfältigen Themen der Gesundheitswirtschaft befasst.
"Der Rhein-Erft-Kreis ist ein starker Kreis, er hat Potential, er ist inhaltlich und geistig richtig ausgerichtet und er sucht täglich neue Mitstreiter", gab Landrat Werner Stump am Ende seiner Ansprache den Gästen mit auf den Weg.
Lang anhaltender Applaus war die Anerkennung der Gäste für eine inhaltlich ausgefüllte Rede, der Werbung für ein regionales Miteinander und der Aufforderung, gemeinsam den Rhein-Erft-Kreis weiter voran zu bringen.
Für musikalische Untermalung diese gelungenen Abends sorgten Constantin Krahmer und Dierk Peters mit eigenen Kompositionen am Klavier und am Vibraphon.
