Inklusion beginnt im Kopf
Schon zum 7. Mal beteiligte sich der Rhein-Erft-Kreis an den jährlichen Aktionen zum "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung", die immer von Anfang bis Mitte Mai durchgeführt werden. Die von der Aktion Mensch getragene Inklusions-Kampagne wartete mit provokanten Thesen in den Bereichen Arbeit, Bildung, Barrierefreiheit, Freizeit und Wohnen auf, die bei den Aktionsteilnehmern zu angeregten Diskussionen führten.
Landrat Werner Stump unterstrich mit dem Aufkleben eines roten Punktes auf der Thesentafel "Der gleichberechtigte Zugang von Menschen mit Behinderung zum ersten Arbeitsmarkt ist ein Menschenrecht" die Forderung nach Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung.
Hier bestehen leider noch große Defizite, die hoffentlich durch die gute konjunkturelle Entwicklung und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu einer Chance werden, dass Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen, so der Landrat.
Die "Arbeitsplatz-These" war übrigens die mit der meisten Zustimmung, gefolgt von den Thesen "Behinderte Menschen können entscheiden, wo und mit wem sie wohnen möchten" und "Menschen mit Behinderung können ihre Freizeit nach ihren Wünschen gestalten". Bei letzterer spielte sicherlich auch der Wunsch eine entscheidende Rolle, wie die Zukunft gestaltet sein müsste.
Auch in diesem Jahr beteiligten sich Politik, Verbände der Behindertenhilfe und -selbsthilfe, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger, die den Inklusionsgedanken mit ihrer Teilnahme unterstützen wollten.
Für das nächste Jahr plant der Rhein-Erft-Kreis sich wieder an den bundesweiten Aktionen zu beteiligen, um den gesellschaftlichen Umdenkungsprozess in der Region zu unterstützen.
