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Impfung gegen Blauzungenkrankheit

23.06.16 09:04 Uhr
Allgemeinverfügung zur Genehmigung der Impfung von Wiederkäuern im Gebiet des Rhein-Erft-Kreises seit dem 15.06.2016 in Kraft

Die Blauzungenkrankheit (BT) kommt wieder nach Deutschland. In Frankreich hat sich der Serotyp BTV 8 trotz des Winters kontinuierlich weiter ausgebreitet. Die eingerichtete Restriktionszone reicht bereits bis an die deutsch-französische Grenze heran (Stand Mai 2016). Aus Südosteuropa kommt der Serotyp BTV 4 und hatte Ende 2015 Österreich und Slovenien erreicht. Betroffen sind auch Ungarn, Rumänien, weitere Länder des Balkan sowie Italien.

Der Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts zufolge ist damit das Risiko der Verbreitung beider Serotypen auf das Bundesgebiet wahrscheinlich bis hoch.

Eine effiziente Bekämpfung dieser Tierseuche ist nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) nur durch die Impfung der empfänglichen Tierarten (Schaf, Ziege, Rind) zu erreichen. Die Impfung mit inaktiviertem Impfstoff vermittelt einen sicheren Schutz, ist weitgehend nebenwirkungsfrei und daher uneingeschränkt empfehlenswert. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, müssen 80 Prozent der betroffenen Tiere mit der Impfung erreicht werden.

Der Bundesrat hat den Veterinärbehörden das Recht eingeräumt, die Impfung gegen das Blauzungenvirus zu erlauben und gegebenenfalls auch anzuordnen. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, angesichts steigender Temperaturen und der damit verbundenen Ausbreitung der virusübertragenden Gnitzen, eine Impfung durchzuführen, um möglichst viele Tiere zu schützen.

Auf Seiten der Impfstoffhersteller wurde die Produktion erster Chargen wieder aufgenommen. Da die Nachfrage schwer kalkulierbar ist, aber auch aufgrund des zum Teil mehrmonatigen Vorlaufes für die Produktion ist es derzeit aber schwierig abzuschätzen, ob kurzfristig ausreichend Impfstoffe bereitgestellt werden können. Wichtig sind daher frühzeitige und verbindliche Informationen, welche Impfstoffmengen benötigt werden.

Mit Allgemeinverfügung des Rhein-Erft-Kreises, in Kraft seit dem 15.06.2016, wurde eine Impfgenehmigung durch inaktivierten Impfstoff für das Kreisgebiet erteilt. Ein Impfstoff gegen den Serotyp 4 der Blauzungenerkrankung ist durch das Paul-Ehrlich-Institut zugelassen worden. Es handelt sich um das Produkt "BLUEVAC-4", vom Tierarzt zu beziehen über die Fa. Intervet Deutschland GmbH. Der Impfstoff ist für Rinder und Schafe zugelassen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.rhein-erft-kreis.de oder beim Amt für Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Rhein-Erft-Kreises, Willy-Brandt-Platz 1, 50126 Bergheim, Tel.: 02271-833901.