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Illegaler Welpenhandel

07.11.14 10:28 Uhr
Das Geschäft mit Hundewelpen aus Osteuropa boomt. Dahinter verbirgt sich massenhaftes Tierleid.
Bild von: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat
© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Freitagmittag im Kreisveterinäramt: Aufmerksame Mitarbeiter eines Paketdepots melden einen Pakettransporter aus Bulgarien, aus dem Hundejaulen zu hören ist.

Die Amtstierärztin macht sich sofort auf den Weg und findet vor Ort vier Hundewelpen in viel zu engen Boxen auf der Ladefläche eines Transporters. Die Hunde sind seit über 48 Stunden unterwegs gewesen und sollten in Köln an einen Händler aus Belgien übergeben werden. Die Hunde wurden beschlagnahmt, weil der Transport entgegen den Vorschriften des Tierschutzes erfolgte. Die Hunde hatten auch keine gültige Tollwutimpfung und müssen daher zunächst in Quarantäne verbracht werden.

Wenige Tage später tritt bei den Hunden blutiger Durchfall auf. Die Diagnose ist bald sicher: Zwei der Welpen waren an der gefährlichen Parvovirose erkrankt. Nur mit viel Mühe konnten sie gerettet werden, zumal die beiden Winzlinge nur gerade mal 800 g wogen.

Für die hier gefundenen vier Hunde wird es möglicherweise ein glückliches Ende geben. Aber Tausende andere, die nicht entdeckt werden, werden weiter unter schlechtesten Bedingungen vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien eingeschleust. Sie stammen aus Zuchtstationen in Osteuropa, die sich auf das schnelle Geschäft spezialisiert haben und in denen auch die Elterntiere unter schlimmsten Bedingungen leben müssen. Da die Tiere meist Krankheiten in sich tragen, werden sie für den Transport aufgeputscht, so dass die Erkrankungen, wie auch in unserem Fall, erst einige Tage später und somit nach dem Verkauf auftreten. Der Händler, der die Tiere für wenige Euro aufkauft und dann hier für Rassehunde 500, 700 und manchmal mehr Euro erzielt, ist bis dahin über alle Berge.

Das Veterinäramt macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass der Kauf solcher Hundewelpen ausschließlich den Händlern dient. Auch wer die Tiere aus Mitleid kauft, tut nichts für den Tierschutz, im Gegenteil, er unterstützt nur noch die skrupellosen Händler. Hier gilt: Der Kunde bestimmt letztlich das Angebot. Jeder Welpe, der auf diese Weise verkauft wird, stärkt die Hundemafia.

Die Hunde bringen außerdem zahlreiche Krankheiten mit und die mitgegebenen Impfpässe sind oft gefälscht. Sie können dadurch hier gesunde Hunde anstecken und sterben nicht selten kurz nach dem Kauf. Weil sie nach dem Transport extrem gestresst sind, können Infektionskrankheiten schneller ausbrechen.

Hunde sollten nur nach reiflicher Überlegung angeschafft werden. Tierheime bieten eine Vielzahl netter vierbeiniger Begleiter in allen Größen an.

Wenn man lieber einen Welpen einer bestimmten Rasse anschaffen möchte, sollte man auf folgendes achten:

  • Niemals die Tiere über das Internet bestellen und dann auf einem Parkplatz oder auf der Straße übernehmen. Die Übergabe sollte beim Züchter zu Hause stattfinden, bei der man auch das Muttertier in Augenschein nehmen sollte. Wird dies verweigert, sollte man vom Kauf Abstand nehmen.
  • Ein Verkäufer, der viele Welpen mehrerer Rassen anbietet, ist ggf. kein Züchter, sondern Händler. 
  • Die Welpen sollten bei Abgabe mindestens 8 Wochen alt sein. 
  • Der seriöse Verkäufer ist auch nach dem Verkauf an den Hunden interessiert und hilft bei Fragen.

Auch wenn die Welpen noch so "süß" sind, ist es besser sich nicht verleiten zulassen, sondern die Bedingungen mit klarem Kopf zu prüfen.

Allerdings gibt es auch zahlreiche korrekt arbeitende und vom Veterinäramt genehmigte Tierschutzvereine, die Hunde aus dem Ausland vermitteln.

Korrekt ist das, wenn die Hunde mindestens 15 Wochen alt und gegen Tollwut geimpft sind. Der mitgeführte Heimtierausweis muss vollständig ausgefüllt und die Tiere von einer tierseuchenrechtlichen Transportgenehmigung begleitet sein. Die Transporte erfolgen dann in zugelassenen Fahrzeugen und in Boxen, in denen die Tiere stehen und sich bequem hinlegen können.

Fragen beantwortet Ihnen das Kreisveterinäramt unter 02271 /833901. Zudem kann man sich im Internet z.B. bei www.vier-pfoten.de informieren. Die Organisation hat, unterstützt von der Bundestierärztekammer, zahlreichen Prominenten, Tierärzten, Betroffenen und der Polizei eine Aufklärungskampagne gestartet.