Startschuss für gemeinsame Baumaßnahme
Zeitgleich wird der Rhein-Erft-Kreis einen Radweg mit 2 Brückenbauwerken entlang der Kreisstraße 60 errichten.
Den letzten Anstoß für das Wasserbauprojekt gab das schwere Unwetter im Juli 2008, welches Teile der Ortschaft Keldenich unter Wasser setzte. Im Anschluss ergriff der Verband Sofortmaßnahmen, um die hydraulische Leistungsfähigkeit zu verbessern, und sondierte parallel die Möglichkeit eines dauerhaften Gewässerausbaus oberhalb von Keldenich. Da zu diesem Zeitpunkt bereits die Planung des neuen Radweges durch den Rhein-Erft-Kreis in eine konkrete Phase eintrat, lag es auf der Hand, hier eine gemeinsame Ausschreibung für diese ähnlichen Gewerke durchzuführen und so die Kostensynergien zu nutzen.
Der Bachlauf des Dickopsbachs wird auf einer Länge von rund 300 Metern naturnah gestaltet und gleichzeitig die hydraulische Leistungsfähigkeit verbessert. Im Vorfeld werden die Hybrid-Pappeln entlang des alten Bachbettes gefällt, eine Maßnahme, die bereits im Landschaftsplan vorgesehen ist. Die nicht standortgerechten Pappeln haben ihr maximales Alter langsam erreicht und gefährden durch abbrechendes Totholz aus den Kronen zunehmend Spaziergänger und Bewirtschafter der anliegenden Grundstücke. Im Anschluss an die Gewässerrenaturierung wird hier ein standortgerechter Ersatz gepflanzt. Der Wasserverband Dickopsbach als Bauherr rechnet mit Baukosten von rund 44.000 Euro. Das Projekt wird mit Landesmitteln zu 80% gefördert.
Der Radweg soll auf einer Länge von ca. 800m den Radfahrern und Fußgängern eine sichere Verbindung zwischen dem vorhandenen Rad-/Gehweg in Keldenich, der zur Zeit noch am Hessenweg endet, und dem Radwegenetz im Rhein-Sieg-Kreis eröffnen.
Im Außerortsbereich quert der Radweg den Dickopsbach zweimal mit Brücken, weil das Gewässer hier unmittelbar an der Fahrbahn der K60 vorbeifließt und somit für den fahrbahnparallelen Radweg kein Platz verblieb. Der sich ergebende Damm aus dem Radweg begünstigt ebenfalls den Hochwasserschutz für die Ortschaft Keldenich. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 315.000 Euro, die Maßnahme wird mit Zuwendungen des Bundes und des Landes zu 70% gefördert.
Landrat Werner Stump und Verbandsvorsteher Bürgermeister Michael Kreuzberg aus Brühl freuen sich, dass nach den langwierigen Planungen und Abstimmungen nun endlich mit dem Bau begonnen werden kann. Auch die Wesselinger und Bornheimer warten seit langem auf eine verbesserte verkehrssichere Radwegeverbindung und einen weiteren naturnahen Bachabschnitt.
"Wir können keinen Schutz vor jedem möglichen Hochwasser gewährleisten", so Verbandsvorsteher Kreuzberg, "aber ein Gewinn ist die Ausbaumaßnahme auf jeden Fall, sowohl für den Hochwasserschutz als auch für die Natur. Wenn im Frühjahr Bach und Radweg fertig gestellt sind, überlege ich gemeinsam mit dem Landrat und meinen Bürgermeisterkollegen Wolfgang Henseler aus Bornheim und Hans-Peter Haupt aus Wesseling, Weg und Bach mit einer Fahrradfahrt feierlich einzuweihen."
