Aktuelles - Bundesverdienstkreuz für Karin Schwarz aus Pulheim


Sie sind hier: Startseite > Themenbereich > Aktuelles > Meldung
Lesehilfen:lineare Seitendarstellung mehrspaltige Seitendarstellung Schriftgrad erhoehen Schriftgrad verkleinern

Bundesverdienstkreuz für Karin Schwarz aus Pulheim

08.03.16 08:33 Uhr
Ehrung erfolgte im feierlichen Rahmen im Kreishaus Bergheim
Bild von: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat
Vizelandrat Bernhard Ripp und Frau Karin Schwarz
© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Der stellvertretende Landrat Bernhard Ripp hat in einer Feierstunde vergangenen Freitag Frau Karin Schwarz aus Pulheim im Namen von Bundespräsident Gauck mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Neben zahlreichen Gästen aus dem persönlichen Umfeld von Frau Schwarz waren auch Frau Marlies Stroschein als stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Pulheim und Vertreterin für die SPD-Rats- und Kreistagsfraktion, Herr Holger Veit als Vertreter für die CDU-Kreistagsfraktion sowie Herr Harald Dudzus für die FDP-Kreistagsfraktion bei der Ehrung anwesend.

In der Begründung des Bundespräsidenten heißt es wie folgt:


"Frau Karin Schwarz hat durch ihr jahrzehntelanges Engagement im sozial-familiären Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Sie pflegte ihre geistig und körperlich schwerstbehinderte Tochter Petra über vierzig Jahre lang aufopferungsvoll zu Hause.

Um diese schwere Aufgabe meistern zu können, ließen sie und ihr Ehemann Dieter sich im pflegerischen und medizinischen Bereich ausbilden. Außerdem sorgten sie für einen behindertengerechten Umbau ihres Wohnhauses. Da Frau Schwarz ihre Tochter nicht in ein Heim geben wollte, kümmerte sie sich Tag und Nacht selbst um sie und wurde dabei teilweise von ihrem Mann unterstützt. Wenn sich ihre Tochter, die schwerst mehrfach behindert war, in den Jahren 1995 bis 2014 tagsüber in der Behindertenwerkstatt der „REHA Betriebe Erftland“ in Bergheim aufhielt, hatten die Eltern eine kurze Erholungspause und Gelegenheit zu schlafen, da sich mindestens einer von ihnen auch nachts um die Tochter kümmern musste, die dann unter Atemnot und epileptischen Anfällen litt.

Seit dem Jahr 2000 nahm die Familie einmal im Vierteljahr Beratungsgespräche bei der Diakonie in Pulheim wahr.

Sowohl die Ansprechpartner als auch die behandelnden Ärzte stellten immer wieder fest, dass die Tochter des Ehepaares Schwarz in einem sehr guten Pflege- und Allgemeinzustand war – ein Zeugnis dafür, dass sich perfekt um sie gekümmert wurde.

Als sich der Zustand der Tochter mehr und mehr verschlechterte, waren die Eltern nicht mehr in der Lage, die Pflege allein durchzuführen und nahmen in den letzten Lebensmonaten weitere Hilfe der Diakonie in Anspruch. Ganz zum Schluss war eine Versorgung der Tochter zu Hause nicht mehr möglich, so dass sie die letzten Tage ihres Lebens auf einer Palliativstation verbrachte. Im Januar 2014 verstarb Petra.

Zusätzlich zu der "Rund-um-die-Uhr"-Betreuung ihrer Tochter, hat Frau Schwarz im Jahr 2005 auch ihre neunzigjährige, bettlägerige Mutter in den letzten Monaten bis zu deren Tod zu Hause versorgt und gepflegt.

Karin Schwarz verbrachte über 40 Jahre ihres Lebens damit, sich ganz dem Wohle und der Fürsorge ihrer Tochter zu widmen. In all den Jahren hat sie sich vorbildlich darum bemüht, ihrer schwerbehinderten Tochter das Leben zu erleichtern. Und stets hat sie ihre eigenen Belange in den Hintergrund gestellt. Sie hat sich nie beklagt – und wird trotz ihres schweren Loses als fröhlicher, freundlicher und lebensbejahender Mensch beschrieben."