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Bücher der Vielfalt – Alle Sprachen der Kinder

09.03.15 09:06 Uhr
Wie viele Sprachen sprechen die Kinder im Rhein-Erft-Kreis?
Bild von: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Schuldezernent Anton-Josef Cremer (o.l), daneben Schulrätin Claudia Haushälter-Kettner, v.l. Amtsleiterin des Schulamtes, Frau Renate Fremerey und Mitarbeiterinnen des Kommunalen Integrationszentrums Rhein-Erft-Kreis (KI) und einer Gastreferentin (Frau Dr. Marion Grein, 3.v.r.)

© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Die meisten sprechen Deutsch, fast alle ein wenig Englisch. Aber welche anderen Sprachen werden täglich in den Kindertageseinrichtungen und in den Schulen gesprochen? Ist das gut, wenn Kinder mehr als eine Sprache im Alltag verwenden?

Mögliche Antworten und Erkenntnisse zu dieser Frage wurden in der Veranstaltung "Bücher der Vielfalt", am 4. März 2015 im Kreishaus in Bergheim gewonnen. Organisiert wurde sie vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Rhein-Erft-Kreises mit dem Ziel, den Fachkräften aus den Kindertageseinrichtungen, Schulen und allen Interessierten Einblicke in dieses Thema zu gewähren. Insgesamt nahmen 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der ganztägigen Veranstaltung teil.

Herr Anton-Josef Cremer, Dezernent des Rhein-Erft-Kreises und zuständig für das Kommunale Integrationszentrum, eröffnete die Veranstaltung und stellte in seinem Grußwort die Mehrsprachigkeit des Rhein-Erft-Kreises in den Vordergrund.

"Mehrsprachig sind Menschen, die das Glück haben, mehrere Sprachen zu sprechen.
Zwischen Bedburg und Wesseling wohnen heute über 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund, viele davon sind mehrfache Muttersprachler; nicht selten gibt es Familien, in denen in drei verschiedenen Sprachen kommuniziert wird", so Cremer.

Am Vormittag hielt Frau Dr. Marion Grein von der Universität Mainz einen lebendigen Vortrag über die Mehrsprachigkeit aus Sicht der Gehirnforschung und erläutert, warum mehrsprachige Kinder Vorteile gegenüber Kindern haben, die einsprachig aufwachsen.

Nachmittags fanden drei Workshops statt, in denen erfolgreiche Projekte vorgestellt wurden, die Mehrsprachigkeit kreativ und konstruktiv im pädagogischen Alltag integrieren.

Frau Patricia Hahne-Wolter, Vorsitzende des Netzwerkes Mehrsprachigkeit e.V. und Verlegerin, referierte zum Thema "Mehrsprachige Lesungen in Kindertageseinrichtungen". Sie stellte Techniken des Lesens sowie geeignete mehrsprachige Literatur vor.

Frau Ute Scheffler, Kommunales Integrationszentrum Duisburg, stellte im zweiten Workshop die Projekte "Griffbereit", "Rucksack-KiTa" und "Rucksack-Schule" vor. Alle Projekte haben den Erhalt und die Entwicklung der Mehrsprachigkeit, in Zusammenarbeit mit den Eltern, als Ziel. Die Umsetzung dieser Programme hat sich das Kommunale Integrationszentrum als Ziel gesetzt.

Bei Interesse oder Fragen zu den einzelnen Projekten steht das KI Rhein-Erft-Kreis zur Verfügung. Kontaktdaten finden Sie im Internet unter www.rhein-erft-kreis.de.

Im dritten Workshop stellten die Mitarbeiterinnen des Kommunalen Integrationszentrums des Rhein-Erft-Kreises, Frau M. Caterina Caperle und Frau Elisabeth Sussiek-Sorajic, den Unterricht mit Seiteneinsteigern und den Nutzen der Familiensprache in den Vordergrund. Die Mitarbeiterinnen des KIs starteten den Versuch zur Mehrsprachigkeit und begannen den Workshop überraschend in italienischer Sprache. Auf diese Weise wurden die Teilnehmenden für den Einsatz fremder Sprachen sensibilisiert und erörterten im Verlauf des Workshops wie die Familiensprache im Unterricht eingesetzt werden kann, ohne sie als Lehrkraft selbst zu sprechen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung mit einer Bücherschau, bei der bundesweite Verlage ihre Bücher zum Thema Mehrsprachigkeit vorstellten.